Bodentausch: Zufälle gibts (nicht)

Anfangs Februar war es soweit. Nach langem Vor-mir-Herschieben unternahm ich die nötigen Schritte, um den Boden von der Erbgemeinschaft auf mich zu überschreiben. Ich kontaktierte alle Personen und suchte die Papiere zusammen. Während den Wintermonaten fehlte mir der richtige Watz dazu, doch nun war ich bereit.

Dann, wie aus dem Nichts, erhielt ich eine Mail von meinem «Boden-Nachbar». Er fragte mich, ob er genau diesen Boden kaufen könne. Ich musste schmunzeln. Wie es aussah, war Dornröschen nun zu neuem Leben erwacht. Ich überlegte: Was waren die Pros und Kontras meines Landes? Ein grosser Minuspunkt war sicherlich die schlechte Zugänglichkeit. Zudem war es sehr exponiert, Windbrecher wie Bäume und Sträucher waren noch nicht vorhanden. So fragte ich, ob er Alternativen kennen würde. Ein Stück Boden, welches ich mit ihm tauschen könnte. Wir arrangierten ein Treffen für den nächsten Tag.

Ich erstellte eine Wunschliste, mit allen Punkten, welche mein perfektes Land erfüllen sollte. Tags drauf standen wir dann auf der Alternative. Ich wusste sofort: Das ist es! Alle Punkte meiner Liste waren da – sogar der Platz für einen gedeckten Unterstand. Ich konnte es kaum fassen und war überglücklich. Es war für mich ein Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Vertraue – und die richtigen Dinge erreichen dich zur richtigen Zeit. Nochmal einen Tag später hatte ich dann auch schon das Ok für den Tausch. So schnell kann es gehen. Und auch wenn manche meiner Verwandten die Hände in die Luft werfen und sagen: «Was, ein Land mit Trockenmauern? Die werden irgendwann einstürzen, das gibt viel Arbeit!», weiss ich, dass ich goldrichtig bin. Die Trockenmauern sind ein Teil des Walliser Kulturgutes. Sie unterstreichen zudem auch den Charme des Grundstückes und springen vorbeilaufenden Wanderern ins Auge.


Ich bin gespannt, wie es weitergeht, mit meinem neuen Land.